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Ratgeber · Businessplan

Businessplan-Checkliste: Bevor du abgibst.

Dein Plan geht bald zur Agentur, zum Jobcenter oder zur Bank? Dann geh ihn vorher mit dieser Liste durch: 42 Punkte, in der Reihenfolge, in der wir Businesspläne prüfen – mit dem, was in der Praxis tatsächlich zu Rückfragen führt. Zum Abhaken hier auf der Seite oder als PDF zum Ausdrucken, ohne Anmeldung.

Alexander Motoc · Gründungsberatung seit 2020
Stand 09/2026 · 7 Min. Lesezeit

So arbeitest du mit der Liste

Geh von oben nach unten. Die Reihenfolge ist kein Zufall: Block 1 entscheidet, ob dein Vorhaben überhaupt starten darf. Ein Plan kann sauber gerechnet und gut geschrieben sein – ist die Tätigkeit erlaubnispflichtig und das steht nicht drin, ist die ganze Aussage zur Tragfähigkeit wertlos.

Danach kommen die Zahlen vor dem Text. Nicht, weil sie wichtiger wären, sondern weil ein Rechenfehler die Glaubwürdigkeit für alles Übrige kostet. Wer im Kapitalbedarf 200 € danebenliegt, wird auch bei der Marktanalyse genauer gelesen. Und ganz am Ende stehen die Fragen der Prüfer als Gegenprobe: Beantwortet dein Plan sie, ohne dass jemand suchen muss, ist er fertig.

  • Muss heißt: So geht der Plan nicht raus.
  • Sollte heißt: Der Prüfer hakt nach.
  • Rechne selbst nach, statt der Tabelle zu vertrauen. Der häufigste Fehler sind überschriebene Formeln.
  • Die Grenzwerte – etwa 3.000 € Puffer oder 70 % verrechenbare Zeit – sind Erfahrungswerte aus unserer Beratung, keine amtlichen Grenzen.

Die Checkliste: 42 Punkte in acht Blöcken

Checkliste: Bevor du abgibst0 von 42

  • 1Darf dein Vorhaben überhaupt starten? Die Stelle, an der ein sonst guter Plan hängen bleibt.
  • 2Rechnet die Planrechnung? Vor jeder inhaltlichen Frage. Ein Rechenfehler kostet die Glaubwürdigkeit für alles Übrige.
  • 3Kannst du davon leben? Der Kern jeder Tragfähigkeitsprüfung – und die Stelle, an der am meisten geschönt wird.
  • 4Kann ein Mensch diesen Umsatz leisten? Der wichtigste Punkt, den keine Software prüft.
  • 5Ist der Umsatz hergeleitet oder behauptet? Die häufigste Prüferfrage: „Wie kommen Sie auf diesen Umsatz?“
  • 6Erzählen Text und Zahlen dasselbe? Nicht nur: Passen die Zahlen im Text zur Tabelle? Sondern: Hat jede Aussage, die eine Zahl bedeutet, ihre Entsprechung in der Planrechnung?
  • 7Der Kopierbarkeits-Test Ließe sich dieser Satz wortgleich in den Plan eines anderen Betriebs derselben Branche kopieren? Dann trägt er nichts.
  • 8Nur wenn der Plan zur Bank geht Für den Gründungszuschuss zweitrangig, für die Bank die wichtigste Zahl überhaupt.

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Zu viele offene Punkte, zu wenig Zeit? Wir schreiben den Plan mit dir und rechnen die Zahlen: Businessplan erstellen lassen →

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Wo Prüfer am häufigsten nachhaken: der Finanzplan

Wenn Prüfer etwas beanstanden, dann meist den Finanzplan. Er lässt am meisten Spielraum für Deutung – und genau dort wird gern geschönt. In unserer Beratung sind es fast immer dieselben drei Stellen:

  • Die Krankenversicherung ist zu niedrig angesetzt. Als Selbstständiger zahlst du den Beitrag allein. Gesetzlich sind es 2026 mindestens rund 280 € im Monat mit Pflegeversicherung, höchstens rund 1.260 €. Frag deine Kasse nach dem Beitrag für dich, statt zu schätzen.
  • Die Privatentnahmen sind zu knapp. Sie müssen alles tragen, was du privat brauchst – Miete, Leben, Versicherungen, Vorsorge. Bist du rentenversicherungspflichtig, gehört der Pflichtbeitrag dazu. Wer hier spart, spart nur auf dem Papier.
  • Die Umsätze sind nicht hergeleitet. Eine Zahl ohne Rechenweg ist eine Behauptung. Zeig Preis, Menge und Kapazität.

Beispiel: Was dein Vorhaben im Monat erwirtschaften mussgerundet

Miete und Lebenshaltung
1.440 €
Kranken- und Pflegeversicherung gesetzlich, Mindestbeitrag 2026
290 €
Altersvorsorge
150 €
Privatentnahme im Monat
1.880 €
Steuerrücklage hier 20 % vom Gewinn
+ 470 €
Nötiger Gewinn im Monat
rund 2.350 €
  • Ohne Förderung gerechnet. Der Gründungszuschuss läuft aus, dein Lebensbedarf nicht. Ein Plan, der nur mit Förderung trägt, trägt nicht.
  • Die Steuer ist eine Faustregel: je nach Gewinn etwa 15 bis 30 %. Wie viel es bei dir wirklich ist, sagt dir dein Steuerberater.

Kann ein Mensch diesen Umsatz leisten?

Das ist der wichtigste Punkt, den keine Software prüft. Ein Umsatz ist erst geplant, wenn jemand ihn auch erbringen kann. Die Rechnung dafür ist einfach:

verrechenbare Stunden im Jahr × Stundensatz ≥ geplanter Jahresumsatz

Nicht jede Arbeitsstunde ist verrechenbar: Angebote schreiben, Buchhaltung, Fahrten und Akquise bezahlt dir niemand. Und ein Jahr hat realistisch rund 44 bis 46 Arbeitswochen, nicht 52. Der Rechner zeigt dir, wie viel deiner Zeit du verkaufen musst, um deinen Umsatz zu schaffen – und bis zu welchem Umsatz ein Prüfer nicht nachfragt. Die Arbeitswochen stehen unter „Feinheiten“.

ohne Anmeldung, nichts wird gespeichert

Verkaufen musst duvon deiner Arbeitszeit

51 %machbar

Unauffällig – das ist machbar.

Du musst 21 Stunden pro Woche verkaufen – bei 40 Stunden Arbeit.

  • unter 70 %: unauffällig
  • 70–80 %: Rückfrage
  • über 80 %: nicht plausibel

Bis rund 81.900 € Umsatz bleibt es unauffällig. Du liegst 21.900 € darunter.

€
€
Std.
Feinheiten · 45 Arbeitswochen im Jahr
Wochen
Die Rechnung im Detail

Eine erste Orientierung für Dienstleistungen. Bei Handel und Produktion rechnest du statt mit dem Stundensatz mit Stück pro Tag × Arbeitstage × Deckungsbeitrag. Aus unserer Beratung: Unter 70 % ist unauffällig, 70 bis 80 % führt zu Rückfragen, über 80 % ist so nicht plausibel.

Arbeitslos gemeldet? Mit AVGS-Gutschein kostet dich die Begleitung 0 €. Foto per WhatsApp, Antwort werktags innerhalb von 2 Stunden.

Die acht Fragen, die fast immer kommen

Geh sie einzeln durch. Beantwortet dein Plan die Frage schon – mit Zahlen, nicht mit gutem Willen? Wenn nicht, weißt du, woran du noch arbeitest. Rechts steht, wodurch die Frage meistens ausgelöst wird.

Die FrageWann sie kommt
„Wovon leben Sie in den ersten Monaten?“Kommt, wenn am Anfang wenig Geld auf dem Konto ist oder der Gewinn in Jahr 1 unter deinem Lebensbedarf liegt.
„Wie kommen Sie auf diesen Umsatz?“Kommt, wenn Preis, Menge und Kapazität nicht erkennbar sind – die häufigste Frage überhaupt.
„Was passiert, wenn Sie 30 % weniger schaffen?“Kommt, wenn Break-even- oder Sensitivitätsrechnung fehlen.
„Wer sind Ihre ersten drei Kunden?“Kommt, wenn keine Ankerkunden genannt und keine Absichtserklärungen beigelegt sind.
„Was, wenn Sie krank werden?“Kommt, wenn du allein gründest, ohne Vertretung oder Krankentagegeld.
„Warum jetzt – und warum Sie?“Kommt, wenn dein Werdegang branchenfern ist, der Lebenslauf eine Lücke hat oder es viele Anbieter gibt.
„Wie viele Stunden verkaufen Sie tatsächlich?“Kommt, wenn die verrechenbare Quote über 70 % liegt.
„Und die Steuern?“Kommt, wenn die Rücklage fehlt oder der Gewinn im Text als verfügbares Einkommen erscheint.

Wofür die Checkliste nicht gilt

  • Für eine UG oder GmbH. Die Liste ist auf Einzelunternehmen und Freiberufler zugeschnitten. Bei einer Gesellschaft gelten andere Regeln: Geschäftsführergehalt statt Privatentnahme, Körperschaft- und Gewerbesteuer ohne Freibetrag, Stammkapital im Kapitalbedarf.
  • Für Steuerfragen. Kleinunternehmerregelung, Abschreibungen, Firmenwagen oder Arbeitszimmer gehören zur Steuerberatung. Fällt dir beim Durchgehen so eine Frage auf: notieren, nicht selbst beantworten.
  • Als Ersatz für die Stellungnahme. Die Liste sorgt dafür, dass der Plan, den du zur fachkundigen Stelle gibst, keine offensichtlichen Lücken mehr hat. Die Stellungnahme selbst schreibt die Stelle – mehr dazu im Ratgeber Tragfähigkeitsbescheinigung.

Wie ein fertiger Plan aussieht, der diese Punkte erfüllt, zeigen unsere dreiundzwanzig Businessplan-Beispiele – vollständig, mit Planrechnung, als PDF.

Häufige Fragen zur Businessplan-Checkliste

Fragen und Antworten7 Fragen

01Kostet die Checkliste etwas? Muss ich meine E-Mail-Adresse angeben?

Nein und nein. Du hakst sie hier auf der Seite ab oder lädst die PDF direkt – ohne Formular, ohne Anmeldung, ohne Newsletter.

02In welcher Reihenfolge schreibe ich den Businessplan am besten?

Erst den Finanzplan, dann den Text. Wenn die Zahlen stehen, erzählt der Text von selbst dasselbe – umgekehrt musst du am Ende den Text an die Zahlen anpassen. Die meisten Pläne, die zu uns kommen, sind halb fertig, weil sie mit dem Text angefangen haben.

03Gilt die Checkliste auch für die Bank?

Ja. Block 8 ist eigens für Bankunterlagen: Kapitaldienstquote, Eigenkapital und Sicherheiten. Für den Gründungszuschuss ist er zweitrangig, für die Bank der wichtigste. Mehr dazu im Ratgeber Kapitaldienstfähigkeit.

04Ersetzt die Checkliste eine Tragfähigkeitsbescheinigung?

Nein. Sie sorgt dafür, dass dein Plan keine offensichtlichen Lücken mehr hat, bevor ihn eine fachkundige Stelle liest. Die Stellungnahme selbst stellt die Stelle aus. Wer das sein kann, steht im Ratgeber Tragfähigkeitsbescheinigung.

05Was mache ich mit Punkten, die ich nicht beantworten kann?

Notieren, nicht raten. Ein offener Punkt ist eine Frage, die der Prüfer stellen wird – und genau dafür lohnt sich ein Blick von außen, bevor der Plan rausgeht.

06Für wen gilt die Checkliste nicht?

Für eine UG oder GmbH – dort gelten andere Regeln bei Gehalt, Steuern und Stammkapital. Und sie beantwortet keine Steuerfragen; die gehören zur Steuerberatung.

07Darf ich die Checkliste weitergeben?

Ja, ausdrücklich. Druck sie aus, leg sie einem anderen Gründer hin, häng sie im Coworking-Space auf.

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Alle Angaben nach bestem Wissen, Stand September 2026. Die Checkliste ist eine Arbeitshilfe und ersetzt weder eine fachkundige Stellungnahme noch eine Steuer- oder Rechtsberatung. Maßgeblich sind die Anforderungen deiner Agentur für Arbeit, deines Jobcenters oder deiner Bank.