Ohne Alkohol keine Gaststättenerlaubnis
In NRW gilt das Gaststättengesetz des Bundes. Eine Erlaubnis brauchst du nur, wenn du Alkohol ausschenkst. Wer alkoholfreie Getränke und zubereitete Speisen anbietet, ist erlaubnisfrei (§ 2 Abs. 2 GastG). Die Stadt Bochum schreibt es klar: Erlaubnispflichtig ist das Gaststättengewerbe „nur dann, wenn alkoholische Getränke verabreicht werden“. Ein Café mit Kaffee, Kuchen und Frühstück braucht also keine „Konzession“.
Mit Sekt zum Frühstück wird es ein anderes Verfahren: Gaststättenerlaubnis beim Ordnungsamt (je nach Stadt 100 bis 3.500 €), Unterrichtung bei der IHK und eine gültige Baugenehmigung. Mehr dazu im Ratgeber Restaurant eröffnen.
Rechner: Was bleibt im Monat?
Stell deine Gäste am Tag und den Bon ein – mit dem Regler oder per Tipp auf die Zahl. Der Rest ist mit unserem Beispielplan vorbelegt und steht unter „Feinheiten“.
ohne Anmeldung, nichts wird gespeichert
Bleibt im Monat, vor Steuer, Krankenkasse und RenteCafé
Wohin dein Umsatz geht (ohne Umsatzsteuer)
- Ware
- Miete
- Personal
- Sonstiges
- bleibt dir
Ab 42 Gästen am Tag bleibt etwas. Du liegst 18 darüber.
Schnell durchspielenÄndert Gäste und Bon. Deine Kosten bleiben, wie sie sind.
Jeder Gast mehr am Tag bringt rund 208 € im Monat.
Feinheiten · Getränke, Ware, Miete, Personal, Rest – vorbelegt aus dem Beispielplan
Die Rechnung im Detail
- Umsatz brutto 60 Gäste × 13,00 € × 25 Tage
- 19.500 €
- Umsatzsteuer 7 % / 19 %, ans Finanzamt
- −2.011 €
- Umsatz netto
- 17.489 €
- Wareneinsatz 28,8 % vom Netto
- −5.037 €
- Miete, Stellplatz, Energie
- −1.970 €
- Personal
- −4.000 €
- Alles andere auch Abschreibung und Zinsen
- −2.590 €
- Bleibt vor Einkommensteuer
- 3.892 €
- Gäste am Tag, ab denen etwas bleibt
- ab 42
- Jeder Gast mehr am Tag
- +208 € im Monat
Vereinfacht gerechnet, vorbelegt mit unserem Beispiel-Businessplan Café (Jahr 2, gerundet). „Bleibt“ ist der Gewinn vor Einkommensteuer – davon zahlst du noch Krankenversicherung, Altersvorsorge und Steuern und lebst. Die Tilgung eines Kredits fehlt in dieser Rechnung.
Reicht das zum Leben?
Vom Gewinn gehen noch Krankenkasse, Rente und Steuer ab. Rechne mit deinen Zahlen weiter – Umsatz und Kosten werden übernommen.
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Beispiel: Café, ein Monatgerundet
- 60 Gäste × 13 € × 25 Tage
- 19.500 €
- minus Umsatzsteuer (7 % / 19 %)
- −2.011 €
- minus Wareneinsatz (28,8 %)
- −5.037 €
- minus Miete, Energie
- −1.970 €
- minus Personal
- −4.000 €
- minus alles andere
- −2.590 €
- Bleibt vor Einkommensteuer
- 3.892 €
- Woher die Zahlen kommen: aus unserem Beispiel-Businessplan Café (Café mit eigener Konditorei, Witten, Jahr 2). Etwas bleibt ab rund 42 Gästen am Tag.
- Davon lebst du noch nicht: Krankenversicherung, Altersvorsorge und Einkommensteuer gehen noch ab.
Unter 42 Gästen am Tag rutscht der Monat ins Minus. Die Tilgung fehlt in dieser Rechnung: In unserem Beispielplan kommen ab dem dritten Jahr rund 781 € im Monat dazu. Die zahlst du aus dem, was nach deiner Entnahme übrig bleibt.
Was ein Café kostet
Die Zahlen stammen aus unserem Beispielplan: Café mit eigener Backstube, 75 m², 30 Plätze innen und 12 auf der Terrasse, Geräte und Umbau nach Angeboten. Ohne Backstube oder mit gebrauchten Geräten wird es deutlich günstiger.
Startkosten bis zur EröffnungBeispielwerte, gerundet
| Posten | Beispielplan |
|---|---|
| Geräte | 35.200 € – Siebträger mit zwei Mühlen und Wasserfilter 10.000 €, Backstube 15.500 €, Kuchen-Kühlvitrine 6.800 €, Spülmaschine 2.900 € |
| Einrichtung | 15.800 € – Theke, Möbel, Licht 12.300 €, Terrassenmöbel 2.000 €, Geschirr 1.500 € |
| Umbau | 11.000 € – Einbauten und Renovierung |
| Kasse, Ware | 3.500 € – Kasse mit TSE, Kartenterminal und Laptop 2.000 €, erste Ware 1.500 € |
| Kaution | 3.600 € – drei Kaltmieten |
| Start | 5.184 € – Werbung 2.400 €, Beratung 1.200 €, Seminare 680 €, Gebühren, Versicherung und Zinsen vor dem Start 904 € |
| Anlauf, Reserve | 15.716 € – zwei Monatsmieten vor der Eröffnung plus Puffer 6.000 €, Reserve 9.716 € (auch für die Vorsteuer, die du erst vorstreckst) |
| Summe | 90.000 € – davon 15.000 € eigenes Geld und 75.000 € KfW-StartGeld |
Laufend kostet das Café im ersten Jahr rund 8.300 € im Monat ohne Ware: Personal 3.880 €, Raum mit Energie 1.940 € (Kaltmiete 1.200 €), dazu Steuerberater, Versicherungen, Reinigung, Zinsen und 823 € Abschreibung. Die Ware macht rund 29 % vom Netto-Umsatz aus. Die Gebühren der Ämter sind dagegen klein: 26 € für die Gewerbeanmeldung in Bochum und Dortmund, 25 € je Belehrung, 6,12 € Rundfunkbeitrag im Monat.
Ausstattung und Räume
Siebträger, Mühlen und Kühlvitrine sind der größte Posten im Plan. Hol dafür schriftliche Angebote – die Bank fragt danach. Registrierung, Belehrung, Eigenkontrollen und Allergenliste stehen in der Checkliste weiter unten.
- Räume: Das Lokal braucht eine Baugenehmigung für Gastronomie. War es vorher ein Laden oder ein Büro, ist eine Nutzungsänderung beim Bauordnungsamt nötig – laut Stadt Bochum auch dann, wenn du nichts umbaust. Einreichen darf das nur ein Architekt oder bauvorlageberechtigter Ingenieur. Frag vor dem Mietvertrag, ob es eine Genehmigung gibt, für wie viele Plätze und mit welchen Toiletten.
Kuchen selbst backen: Was sagt die Handwerkskammer?
Konditor ist ein zulassungspflichtiges Handwerk (Anlage A Nr. 31 der Handwerksordnung). Backen darfst du trotzdem: Die Handwerkskammer Dortmund zählt das „Backen von Kuchen und Torten im Rahmen eines Cafés (ohne ‚Außer-Haus-Verkauf‘)“ zu den Hilfsbetrieben. Dafür brauchst du keinen Eintrag in die Handwerksrolle.
- Kuchen zum Mitnehmen und Torten auf Bestellung können daraus einen handwerklichen Nebenbetrieb machen (§ 3 Abs. 1 HwO). Der bleibt frei, solange er „unerheblich“ ist: wenn die Arbeit dafür im Jahr nicht mehr Zeit braucht als ein Vollzeitbetrieb dieses Handwerks ohne Hilfskräfte (§ 3 Abs. 2 HwO).
- Liegt der Schwerpunkt beim Konditorhandwerk, ist die Eintragung nötig, schreibt die Kammer. Dann brauchst du einen Meister – oder eine Ausübungsberechtigung: Gesellenprüfung und sechs Jahre im Beruf, davon vier in leitender Stellung (§ 7b HwO).
- Mit Eintrag wirst du rentenversicherungspflichtig, wenn du die Voraussetzungen selbst erfüllst (§ 2 Satz 1 Nr. 8 SGB VI). Unser Beispielplan rechnet für diesen Fall mit rund 2.600 € mehr im Jahr.
Tische vor der Tür: die Terrasse
Tische auf dem Gehweg sind eine Sondernutzung: Du brauchst eine Erlaubnis der Stadt und zahlst eine Gebühr.
- Bochum: Antrag spätestens 14 Tage vorher, Gebühr nach Fläche und Dauer plus 15 % Verwaltungsgebühr (mindestens 5,50 €).
- Dortmund: 0,08 bis 0,18 € je m² und Tag, je nach Lage (Satzung seit 01.01.2024). 20 m² zu 0,13 € kosten von April bis September rund 476 €.
Plan die Terrasse vorsichtig ein. In unserem Beispielplan bringt sie im zweiten Jahr knapp 4 % vom Umsatz – das Café trägt sich auch ohne sie.
7 % auf Kuchen, 19 % auf Kaffee
Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Speisen im Café der ermäßigte Satz von 7 % – unbefristet (§ 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG). Getränke bleiben bei 19 %.
- Beispiel, gerundet: Ein Stück Kuchen für 3,90 € bringt dir bei 7 % netto 3,64 €, bei 19 % nur 3,28 €. Das sind 36 Cent mehr je Stück.
- Zum Mitnehmen: Kuchen 7 %. Getränke grundsätzlich 19 %, Milchmischgetränke mit mindestens 75 % Milch aber 7 %.
- Frühstück mit Kaffee: Den Preis teilst du nach den Einzelpreisen auf. Nur bei Pauschalangeboten wie einem Buffet darfst du vereinfacht 30 % den Getränken zuordnen (Bundesfinanzministerium). Das Wie klärst du mit deinem Steuerberater.
Kasse: Eine elektronische Kasse braucht eine zertifizierte Sicherheitseinrichtung (TSE), du gibst Belege aus und meldest sie binnen eines Monats beim Finanzamt (§ 146a AO). Eine Registrierkassenpflicht ab 100.000 € Jahresumsatz hat die Bundesregierung am 23.09.2026 beschlossen (nicht bei höchstens 12.000 € Barumsatz, digitale Belege ab 2028); der Bundestag muss noch zustimmen.
Personal: Teilzeit, Minijob, Mindestlohn
Unser Beispielplan rechnet mit der Gründerin (rund 50 Stunden die Woche), einer Teilzeitkraft mit 30 Stunden und zwei Minijobs am Wochenende. Das kostet mit Arbeitgeberanteilen rund 3.880 € im Monat.
- Mindestlohn und Minijob: 13,90 € je Stunde und 603 € Minijob-Grenze in 2026, 14,60 € und 633 € ab 1. Januar 2027. Im Beispielplan sind es 570 € für 39 Stunden.
- Pflichten in der Gastronomie: Sofortmeldung spätestens bei Arbeitsbeginn, Ausweis bei der Arbeit dabei. Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit schreibst du bis zum siebten Tag auf und hebst das zwei Jahre auf (§ 17 MiLoG).
Anmeldungen: die Checkliste
Die Reihenfolge zählt: Erst prüfst du das Lokal, dann unterschreibst du. Die Gebühren in Klammern gelten für Bochum und Dortmund.
Checkliste: Café anmelden0 von 15
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Unser Beispielplan: Café mit Bankkredit
Textteil und Planrechnung für die Bank – erfunden, aber in sich richtig gerechnet:
Beispiel-Businessplan 7 · Bankkredit
Café mit eigener Konditorei
Kuchen, Frühstück, Siebträger · 30 + 12 Plätze · Teilzeit + 2 Minijobs · Café Albers, Witten (erfunden; Recht, Steuersätze und Förderbedingungen echt, Stand 10/2026)
- Start
- März 2027
- Kapitalbedarf
- 90.000 €, davon 75.000 € KfW-StartGeld
- Gewinn Jahr 1 → 3
- 34.652 → 49.526 €
- Trägt sich
- ab Jahr 1 (Kapitaldienst gedeckt)
Hier lernst du: Kredit für den Start, Tilgung ab Jahr 3 und was 15 % weniger Gäste kosten
Was du daraus lernst:
- Der Kredit ist auf den Start bemessen, nicht auf das Jahr. Vor der Eröffnung fließt das meiste Geld ab – im Beispiel liegen kurz vor dem Start nur noch 5.321 € auf dem Konto.
- Die Bank rechnet mit der vollen Rate. Im dritten Jahr kommt die Tilgung dazu: 13.581 € Zins und Tilgung im Jahr, nach Entnahme und Gewerbesteuer 1,2-fach gedeckt – genug, aber nicht üppig. Wie Banken das rechnen, steht im Ratgeber Kapitaldienstfähigkeit.
- Wenige Gäste weniger machen viel aus. Kommen 15 % weniger Gäste, fällt der Gewinn im ersten Jahr von 34.652 € auf rund 14.700 €. Deshalb steht im Plan, was dann passiert: Minijob-Stunden kürzen, Öffnungszeiten anpassen.
- Wenig Eigenkapital braucht gute Sicherheiten. 15.000 € von 90.000 € sind 16,7 %. Der Plan bietet dafür Geräte und eine Risikolebensversicherung als Sicherheit an.
Was Bank und Agentur hier fragen
Diese Rückfragen kommen bei Cafés fast immer. Steht die Antwort schon im Plan, sparst du dir eine zweite Runde.
Typische Rückfragen zum Caféund wo die Antwort hingehört
- Kommen so viele Gäste?
- Zeig, woher die Zahl kommt: Plätze, Öffnungstage, eine eigene Zählung der Passanten, ein langsamer Anlauf.
- Was ist, wenn du ausfällst?
- Krankengeld (als Selbstständige nur mit Wahlerklärung bei der Krankenkasse) oder ein Krankentagegeld, eine Vertretung für den Service, ein Vorrat für ein paar Tage.
- Brauchst du für Torten einen Meister?
- Die schriftliche Antwort der Handwerkskammer – oder dein Weg über Meister oder § 7b HwO und was er kostet.
- Welche Sicherheiten gibt es?
- Beim StartGeld trägt die KfW 80 % des Risikos der Bank. Für den Rest: Geräte, eine Risikolebensversicherung, notfalls die Bürgschaftsbank.
Businessplan, Finanzplan und Kapitaldienst für dein Café – auf Wunsch mit uns im Bankgespräch: Gründen mit Bankkredit →
Typische Fehler beim Café
- Mietvertrag oder Aufträge unterschrieben, bevor der Kredit beantragt ist. Das kann als Beginn des Vorhabens gelten – dann gibt es kein StartGeld mehr. Unser Beispielplan wartet sogar die Zusage ab.
- Kein Puffer für den Anlauf. Anfangs kommen weniger Gäste, und die Vorsteuer streckst du vor.
- Die Tilgung vergessen. Nach den tilgungsfreien Jahren steigt die Rate deutlich.
Förderung und Finanzierung
Ein Café mit Backstube finanzierst du meist über die Bank: Unser Beispiel nimmt 75.000 € KfW-StartGeld über die Hausbank, 10 Jahre Laufzeit, die ersten 2 Jahre ohne Tilgung. Banken sehen gern 15 bis 25 % eigenes Geld, möglichst um 20 %. Mit Arbeitslosengeld oder Grundsicherungsgeld kommen Gründungszuschuss oder Einstiegsgeld dazu, für kleinere Summen das NRW.Mikrodarlehen – alles beantragt, bevor du unterschreibst. Die Wege im Überblick stehen im Ratgeber Gastronomie gründen, die Einzelheiten unter KfW-Gründerkredit und Eigenkapital.
Häufige Fragen zum Café
Fragen und Antworten5 Fragen
01Was kostet es, ein Café zu eröffnen?
Vor allem Geräte und Umbau entscheiden. Unser Beispielplan mit Backstube, 30 Plätzen und Terrasse braucht 90.000 €, davon 35.200 € für Geräte. Ohne Backstube wird es deutlich weniger.
02Brauche ich für ein Café eine Konzession?
Nicht, wenn du keinen Alkohol ausschenkst. Speisen und alkoholfreie Getränke sind erlaubnisfrei (§ 2 Abs. 2 GastG). Gewerbeanmeldung, Registrierung bei der Lebensmittelüberwachung und Belehrung brauchst du trotzdem.
03Brauche ich eine Ausbildung, um ein Café zu eröffnen?
Vorgeschrieben ist keine. Bank und Agentur sehen fehlende Erfahrung aber als Risiko – gleich es aus mit erfahrenem Personal, einem kleinen Angebot und Seminaren vor dem Start. Wer Kuchen in größerem Umfang außer Haus verkauft, kann einen Meister oder eine Ausübungsberechtigung brauchen; das klärst du mit der Handwerkskammer.
04Wie viel verdient man mit einem Café?
In unserem Beispielplan bleiben im zweiten Jahr rund 3.892 € im Monat vor Einkommensteuer, Krankenversicherung und Altersvorsorge – bei 60 Gästen am Tag und 13 € Bon. Unter 42 Gästen am Tag bleibt nichts.
05Wie lange dauert es bis zur Eröffnung?
Mit Bankkredit rechne mit vier bis sechs Monaten: Plan und Angebote, Kreditantrag und Zusage, dann Mietvertrag, Umbau und Anmeldungen. Braucht das Lokal eine Nutzungsänderung, kommen mehrere Monate dazu.
